Fernweh und Heimweh

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Zu Beginn des Konzertes [...] erhielt das Publikum einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Shantys: Es handelt sich im ursprünglichen Sinn um Arbeitslieder, die Matrosen auf Handels- und Fischfangschiffen anstimmten, um im selben Takt agieren zu können, etwa beim Anker hieven, beim Segel setzen oder beim Entladen der Schiffe. Ein Mann singt die Strophe, die ganze Mannschaft den Refrain. Das Singen brachte die Männer in einen Fluss.

Shanty ist wohl dem französischen chanter (=singen) entlehnt. Die meisten bekannten Shantys sind in englischer Sprache verfasst, es gibt aber durchaus auch deutschsprachige Stücke.

Viele Shantys handeln vom Abschiednehmen im Hafen, davon, alles hinter sich zu lassen – für sehr lange Zeit. Teilweise begleitet von Schifferklavier, Violine oder E-Gitarre sangen die Chormitglieder mit kräftiger Stimme und großer Inbrunst Stücke wie „Leaving of Liverpool“. Andere Shantys erzählen vom entbehrungsreichen Leben auf hoher See, oft begleitet von der Sehnsucht nach daheim, das dann und wann freilich auch unvergessliche Erlebnisse bereithielt. Der Shantychor sang zum Beispiel vom Rio Grande oder der Vorfreude auf das Eintreffen in tropischen Regionen, wo Entspannung, Gaudi und (weibliche) Einheimische warten („Rolling Down To Old Maui“).

Andere Stücke handeln vom Walfang. Der Chor sang etwa von John Cherokee, einem indianischen Walfänger, der auf Segelschiffen als Geist herumgespukt haben soll. [...]

[Text und Bild: Simon Stadler, Donau-Post]

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