Eine lebendige Parnerschaft

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Szenettel Üdvözlünk - herzlich willkommen ! Die Freunde aus der ungarischen Partnerstadt durften sich ein Wochenende lang in der Oberpfalz wieder einmal wohl und gut aufgehoben fühlen. Das Kulturerbejahr 2018, ausgerufen von der EU, bietet jedenfalls eine gute Gelegenheit, sich der Wurzeln und der Geschichte zu erinnern, die Traditionen zu pflegen, sich auszutauschen und vor allem auch den Wert einer Gemeinschaft ohne Grenzen zu schätzen.Seit 2003 besteht der Kontakt zwischen Örkeny und Wörth, den die beiden Bürgermeister Istvan Kovacs und Anton Rothfischer 2010 mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden gestärkt und auf ein starkes Grundfest gestellt haben. Am Samstag erlebte die Gruppe beim Gäubodenfest in Straubing die typisch bayerische Lebensart, am Sonntag waren Gäste und Gastgeber bei einem Begegnungsabend im Bürgerhaus unter sich - im wahrsten Sinne des Wortes. Die Resonanz war - gelinde interpretiert - sehr mäßig. Die Bevölkerung hat das Angebot, mit dem Besuch der Veranstaltung ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit zu setzen, nicht angenommen. Eine Erkenntnis, die nicht nur „K.i.W.“-Hauptmann Hans Festner enttäuscht hat.Brauchtum, Kunst und Kultur sind gleichwohl ideale Ansatzpunkte für die Förderung einer Freundschaft und für das Bekenntnis zu einem internationalen Bündnis. Gegenseitige Achtung beseitigt Schranken, wohlwollendes Miteinander verhindert Mauern, Toleranz überwindet Trennung, Verständnis und Dialog vereinen die Menschen. Auf diesen Aspekt bezog sich Hans Festner bei der kurzen Einführung. Denn er gehöre einer Generation an, der es vergönnt war und ist, weder Krieg noch Verfolgung fürchten zu müssen, die das große Glück erfahren hat, ein Leben in Frieden und Freiheit verbringen zu dürfen.Diese Union, die 1957 mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft gegründet wurde und ein Bewusstsein für die Bedeutung eines starken Wir-Gefühls geschaffen hat, sieht Hans Festner heute in Gefahr. „Einige Länder“, so seine Sorge, „stellen wieder Einzelinteressen über die Interessen der Gemeinschaft.“ Deshalb kommt es nach der Überzeugung des Stadtrates auch auf die kleinen Fortschritte an der Basis an, auf die wirksamen Beispiele in den Städten und Gemeinden: „Veranstaltungen wie in Wörth tragen dazu bei, die Einheit Europas zu bewahren.“ Die dauerhafte Erhaltung dieses Völkerbundes ist, wie Istvan Kovacs ohne Einschränkung zustimmte, Aufgabe und Auftrag der Politiker.Die gemeinsamen Stunden bekräftigten wieder einmal mehr die Nähe, die in den letzten Jahren zwischen den beiden Orten entstanden ist, und bestätigten die verbindende Kraft der Kultur und der Lebensfreude. Zur Geltung kam dieses kreative Potenzial sowohl beim temperamentvollen Csardas eines ungarischen Tanzpaares und den impulsiven Melodien der Gruppe Pittyendare Zenekar als auch bei den Volksliedern, die Barbara Keil (Hackbrett) und Manuela Schnettler (Klavier, Gitarre) anstimmten. Der Beifall war der gebührende Lohn für faszinierende Vorträge, die nicht zuletzt eine Wertschätzung der Heimat und Herkunft, der Wurzeln und Werten waren.Eine anregende Ergänzung waren die Keramikarbeiten, Skulpuren und Bilder von Marta Mekker, die Heimbewohner bei „Pro Seniore“ im Schloss bei einer Mal-Therapie betreut, Gabi Rojszkyne-Dancso, die in Örkeny ein Künstlerhaus eingerichtet hat, und Istvan Kulcsar, der Istvan Kovacs als stellvertretender Bürgermeister zur Seite steht. Die Porträts von Personen und Landschaften geben allen Empfindungen allen Raum und Gestalt, die das Dasein bestimmen: Harmonie, Eintracht und Zuneigung, Ablehnung, Trauer, Leid, Enttäuschung und Einsamkeit.

[Text und Bild: Sepp Raith, Donau-Post]

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