Josef und Josef zeigten Oberachdorf

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Selten steht an einem Sonntag so eine große Menschentraube vor einem Supermarkt. Die Menschenmenge versammelte sich um Josef Schindler und Bürgermeister Josef Schütz. Die beiden Josefs führten zu mehreren bedeutsamen Orten. Schütz gab Informationen über sie und Schindler erzählte eigene Erinnerungen. „Heuer ist eine Premiere, wir gehen aus Wörth raus“, sagte Schütz. „In Wörth ist schon fast alles abgegrast.“ Ob die Wanderung im kommenden Jahr wieder stattfinde, hänge deshalb auch ein wenig davon ab, ob den beiden noch etwas einfiele, sagte Schütz.

Am Rewe vorbei schlängelte sich die Menge die Birkenstraße in Oberachdorf entlang. Darunter Resi Thaler in Begleitung zwei weiterer Frauen. Jedes Mal seien sie dabei, sagte Thaler. „Fünf bis sechsmal bestimmt.“ Es mache ihr Spaß, man wandere nicht alleine und höre Informationen und alte Geschichten. Umgangssprachlich heißt der Ortsteil auch Oudorf, der Name geht zudem auf einen Bach oder Flusslauf zurück, erklärte Schütz. Am Ortseingang befand sich ein Spielfeld, sagte Schindler. Dort habe er mal einen Ball an den Kopf bekommen. „Der Vorfall war peinlich und sehr schmerzhaft.“ Der Spruch seines Vaters, ein Indianer kenne keinen Schmerz, habe Schindler nicht geholfen. Er habe an seinem Schmerz gemerkt, dass er nun mal kein Indianer war.

Ein erfreuliches Erlebnis verbinde Schindler 1958 mit Oberachdorf. Auf dem Festzug zum 100-jährigen Bestehen der Feuerwehr trug Schindler das Taferl und bemühte sich, im Marschtritt zu bleiben, schilderte er. Am kleinen Baggersee machte er sein Freischwimmerabzeichen und sei für ein weiteres Abzeichen gleich noch länger geschwommen. Oberachdorf ist mit 470 Einwohnern nach Hofdorf mit 520 der zweitgrößte Ortsteil, ergänzte Schütz.

Gebiet um Kapelle zeigt Veränderung des Ortsbilds

Keinen direkten Mittelpunkt gebe es, sondern verschiedene. „Einer ist die Kapelle.“ Schon lange gibt es dort außerdem kein Wirtshaus mehr. An dieser Stelle sei die Veränderung von Dörfern sichtbar, sagte Schütz. Das Leben verändere sich, ein Neubaugebiet und der Bedarf an Wohnheimen verändere auch das Ortsbild.

In der Mühlstraße hielt die Gruppe auf einem Grundstück, das einst ein über vier Meter großes Mühlrad beherbergte. Darüber hinaus gab es einen Pferde- und Hühnerstall mit Weidefläche, sagte Eigentümer Tobias Weig. Mithilfe von Unterlagen rekonstruierte er die Veränderungen auf dem Grundstück ab 1890. Der Mühlbach betrieb die gesamte Mühle, sagte er. Noch bis vor einem Jahr besaß Weig die Wasserrechte. Als 1954 ein Hochwasser Oberachdorf überschwemmte, sei das erhöhte Grundstück wie eine Insel im Wasser gelegen. Das letzte Mal habe die Mühle 1973 gemahlen. Den Bach will Weig renaturieren, sodass im kommenden Jahr wieder Wasser hindurchlaufe. Die europäische Wasserrahmenrichtlinie stelle ihn dabei vor Herausforderungen. Weiter ging es zum Biederer Weiher und zur Flussmeisterstelle, einer Einrichtung des Wasserwirtschaftsamts. Die Außenstelle ist für die Gewässer erster und zweiter Ordnung wie zum Beispiel die Donau zuständig, sagte Schütz.

Schindler erzählte von seinem Vater, der auf einem Feld arbeitete einen Hasen mit einem Franzosen aus dem Werkzeugkasten habe erschrecken wollen, damit er nicht ins Mähwerk renne. Der Wurf habe mit dem Tod des Hasen geendet. Ein Zuhörer ergänzte, dass die Wiesent aus dem Vorwald Richtung Wörth fließt und auf der Strecke viermal ihren Namen ändert. Die Wanderung führte weiter, vorbei am Mostheisl des Obst- und Gartenvereins. Schindler sprach über seine Geburt. Beim Bauhof angekommen, berichtete Leiter Alfons Laumer. Im roten Gebäude befinden sich beispielsweise die Maschinen und Fahrzeuge, um das Gras bei den Leitplanken zu mähen, zu asphaltieren und um sich um 17 Spielplätze zu kümmern. „Wir sind 20 Leute, haben Arbeit ohne Ende und das ist schee“, sagte Laumer. Zuletzt machten Schütz und Schindler am Ortsausgang bei der Rettungswache des Roten Kreuzes Halt. Etwa 3.000 Einsätze zählt die Wache jedes Jahr, sagte Schütz. Der größte Rumänientransport Deutschlands sei von dort 1991 gestartet, ergänzte Franz Mathe, Gründer der Rotkreuzjugend. Die Garagen habe er damals mit weiteren alleine aufgebaut. Die Freude darüber habe aber nicht lange gehalten, sagte er. Viel Geld hätten sie trotzdem nicht gespart und zusätzlich erhielten sie eine Strafe von der Gewerbeaufsicht, da sie keine Helme trugen.

[Text Donau-Post; Bild Theresia Schindler]

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