Kinderkulturfest Petersplatz

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Ein Höhepunkt nach dem anderen.

Die stimmgewaltige niederbayerische Jazzröhre Steffi Denk pflügte mit „Swing for Kids “ am Sonntagnachmittag bei der Eröffnung durch ihr Reportoire, so dass der Petersplatz bebte. Neben der Musik kam aber auch die Literatur nicht zu kurz. Lotte Kinskofer und Petra Bertolli begeisterten mit ihrem ersten Vorlesebuch, das sie mit weiteren Autoren für Kinder ab zwei Jahren verfasst haben und ließen nicht nur Kinderherzen höher schlagen. Meister aller Klassen waren allemal die Kindergartenkinder, die unter Leitung von Tobias Schreier, die Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck aus dem Jahre 1892 auf die Bühne zauberten. Das Blechbläserensemble „Blechtett “ unter Mitwirkung von Andrea Dietmeier begleitete das kinder-reich mit Klassik vom feinsten.

Mit den Erkennungsmelodien „Pipi Langstrumpf“, „Probier`s mal mit Gemütlichkeit“, „Hier kommt die Maus“ über „Rosaroter Panther“ und „Wicki“ forderte Denk auf zum Mithüpfen, Mitsingen und Mitswingen. Sie stellte die Musikinstrumente vor und erklärte wie durch Zusammenwirken von Luft und Anschlagen der Saiten Töne entstehen. Makus Fritsch mit seiner „Berta“ dem Bass, einer Dame, die eine allzu weibliche Figur hat und eine Schnecke auf dem Kopf, spielte tiefe Akkorde und abgefahrene Riffs. „Für den Rhythmus sorgte Michael „Scotty“ Gottwald mit seinem Schlagzeug „Knut“, das viele Schlagzeug-Instrumente wie Trommeln, Tom Toms, beidseitig mit Fell bespannte Trommeln, Becken und Hi Hats beinhaltet“, führte Denk aus. Die Gitarre, ein sechssaitiges Harmonieinstrument schrubbte Hans „Yankee“ Meier. Franziska Forster brachte das Alt Saxophon „Selma“ zum swingen, indem die Luft über ein Holzblatt fuhr. Auch spielte Forster auf der Querflöte „Annabell“ und auf der Klarienette „Fräulein Rettich".[...]

Lotte Kinskofer und Petra Bertoli trugen im Lesezelt Geschichten aus ihrem gemeinsam mit anderen Autoren geschriebenen „Allererste Vorlesegeschichten“, das im Dudenverlag erschienen ist, vor. Bertoli zog Parallelen zu den Erfahrungen der Kinder, so dass sie wie gefesselt bei der Sache waren. Mit „Anne und Oma fahren Zug“ erzählt sie von der ersten Zugfahrt von Anne, die nie mehr enden sollte. Bei „Hannah traut sich“ zeigt sie auf, wie wichtig es ist Freunde zu haben, denn nur mit Hilfe von ihrem Freund Max traute sich Hannah von der Rutsche zu schlittern. Die Schilderung von „Basti will nicht schlaften“ weckte Erinnerungen an die so vielen Ausreden der Kinder zum Hinauszögern des Schlafen Gehens.

Lotte Kinskofer, Schriftstellerin und Drehbuchautorin, zeigte die Freundschaft von Dreieck, Viereck und den Zwilligskreisen auf. „Sind wir doch so verschieden, so sind wir doch die besten Freunde und wir können zusammen vieles machen, was wir alleine nicht fertig bringen würden. So können wir ein Haus bauen, ein Auto oder einen Wohnanhänger mit Dach“, stellte das Viereck fest. Nach der Lesung brachten die Autorinnen Malvorlagen mit, die reißende Abnahme fanden.

Über 60 Kinder waren bei der Aufführung der wohl bekanntesten spätromantischen Kinderoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck eingebunden. In den Hauptrollen steckten Hänsel alias Moritz Dietlmeier, Gretel als Marlene Pangerl, die Mutter verkörperte Sahra Lessmann, den Vater Louis Höcher und Laura Amann mimte die Hexe. Das Hexenhäuschen baute Elternbeiratsvorsitzender Horst Bendik und Farbe verlieh ihm Rebakka Hirmer, die auch das Märchen vorlas. Das weitere Zubehör beschafften und bastelten die Kinder und Betreuer des kinder-reichs.

Mit ihren sonnengelben leuchtenden Kostümen stellten die kleineren eine Entenschar dar, die tanzend und singend die Darbietung begleiteten. Andere Hortkinder tanzten in Dirndeln und Lederhosen mit Hänsel und Gretel zum Lied „Brüderlein komm tanz mit mir“. „Ein Männlein steht im Walde“, „Das Sandmännchen“ waren weitere Begleitstücke die das Blechbläserensemble „Blechtett“ darbot. Beschwingte heitere Töne beschrieben musikalisch einen erfolgreichen Markttag des Vaters, schwermütige tiefe angsterfüllte Laute standen für die Hexe und die Nacht. Blechtett mit Andrea Dietlmeier an der Trompete sind auch Andreas Wenzel an der Posaune, Werner Breuer, der seiner Tuba unermessliche Tiefen, beflügelte Höhen, von tosenden Donnerschlägen zu wohlig behaglichen Töne abwringt, der Hornist Ewald Dirnberger, der Spätberufene Klaus Ixmeier, der erst mit 18 Jahren begann Tromete zu spielen begann. [...]

[Text und Bilder: Beate Geier, Donau-Post]

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