Kinderkulturwochen - Pfarrei

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Töne, die an Vuvuzelas erinnerten, entlockten die Kinder am Sonntagnachmittag bei der Veranstaltung „Pfeifen-Glocken-Kikeriki“ den verschiedenen Orgelpfeifen. Auch zahlreiche Erwachsene nahmen die Gelegenheit wahr, die Pfarrkirche St. Peter, den Außenbereich, den Vorraum, das Mittel- mit beiden Seitenschiffen, den Altarraum sowie die Sakristei und die Orgel zu besichtigen. Die Kirchturmbesteigung entfiel aus Sicherheitsgründen.

Dr. Ursula Eicher und Josef Forster übernahmen die erste Führung und Gemeindereferentin Elisabeth Dummer und Regina Berger die zweite. Ludwig Eiglmeier erklärte jeweils den Aufbau und das Zusammenspiel der Elemente der Orgel sowie Heinz Hohmeier die Sakristei.

[...] „Wisst ihr, dass dies nicht die erste Kirche in Wörth war?“, fragte Eicher in die Runde. „Vor rund 1200 Jahren wurde eine Kirche gebaut, die dem heiligen St. Petrus gewidmet war, aber in den vielen Kriegen zerstört wurde“, informierte sie weiter. Auf die Frage nach dem Standort, zeigten die Kinder ihr Wissen über die Heimat. „Am Petersplatz“, kam prompt die Antwort. „Es ist nun so 800 Jahre her, seit mit dem Bau der neuen Kirche begonnen wurde und der jetzige Kirchplatz war damals ein Friedhof, der vor 200 Jahren in den Hohen Rain verlegt wurde. Reste von Grabplatten, eines Weihwasserbehälters sowie Reliefs an den Kirchenaußenmauern sind Zeugen vergangener Zeiten“, zeigte die Pfarrgemeinderätin auf.

Josef Forster teilte mit, dass der Kirchturm genau 50 Meter und zehn Zentimeter misst und aus Sicherheitsgründen leider nicht mehr bestiegen werden darf. „Die St. Petrus Figur im Eingangsbereich ist eine Kopie, dessen Original aus dem Jahre 1869 im Diözesanmuseum Regensburg steht, da sie einfach zu wertvoll ist. Vier Glocken gibt es im Turm. Die kleinste führt den Namen Jesus und erklingt als Sterbeglocke“, führte Forster weiter aus.

Meditative Musik erklang und die Gruppe durchrundete die Kirche [...], vorbei an den beiden Beichtstühlen sowie den Kreuzwegbildern. „Das Taufbecken mit dem Weihwasser soll uns daran erinnern, dass wir alle Kinder Gottes und Mitglieder der christlichen Gemeinschaft sind. Die Figur des Johannes des Täufers wurde vor vier Jahren gestohlen, konnte aber wiederbeschafft werden“, gab Eicher ihr Wissen an die aufmerksamen Kinder weiter. Dass der erste Altar, der Volksaltar, zwei Stufen von den Gläubigen sowie der sich anschließende Hochaltar nochmals drei Stufen erhöht sind, nahm die Gruppe augenscheinlich wahr. „Die Vorderseite des Altars ziert ein Bild mit einem Hahn. Dieses erinnert an den Verrat von Petrus an Jesus, als dieser voraussagte „Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich drei Mal verraten haben“, teilte Eicher mit. Auf die Deckenbilder, die Maria Himmelfahrt sowie in den Medaillons die Stationen Marias, unbefleckte Empfängnis, Geburt, Tempelgang und Verkündigung zeigen, wurde eingegangen, ebenso auf die damaligen Maltechniken.

In der Sakristei übernahm Heinz Hohmeier die Führung. Den Rauchmantel sowie das Velum, das der Priester beim Erteilen des sakramentalen Segens als Zeichen der Ehrfurcht trägt, da er das Allerheiligste in der Monstranz nicht mit bloßen Händen zu berühren vermag, konnten die Kinder bestaunen. Beide Monstranzen, wobei die größere, die aus der Goldschmiede Augsburg stammt, sehr wertvoll ist. Kelche, Hostienschalen, kleinere Monstranzen, Kelche für das Blut Christi werden in einem Safe aufbewahrt. Auch die Funktion des Weihrauchfasses und dass der Weihrauch das Wachs eines Baumes ist, erfuhren die Anwesenden von Ralph Amann.

Nachdem die Außenseiten des Flügelaltars, der zur Rechten den Engel zeigt, der Maria die Empfängnis verkündet und zur linken Jesus am Ölberg, erfuhren die Wissbegierigen, dass dieser immer zur Fastenzeit geschlossen wird. Durch die letzte Station führte Ludwig Eiglmeier. Er zeigte die Funktion der Orgel. So gebe es Lippenpfeifen und Zungenpfeifen, aus letzteren können Töne erzeugt werden, die an die Vuzuzelas erinnern. Jedes Kind durfte selbst durch die Pfeifen Luft blasen. Helle, sanfte, leise, tiefe, laute, kräftige, brummende, monotone und beschwingende Laute entwichen den Pfeifen. [...]

[Text und Bilder: Beate Geier, Donau-Post]

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