Kinderkulturwochen Schlossführung

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Information, Spannung, Unterhaltung.

Mit der Jugendgruppe der Kolping-Theaterbühne um Traudl und Hans Eigenstetter tauchten die Besucher in das Schlossleben früherer Tage ein. Bei der Erlebnis-Schlossführung, einer Veranstaltung der Kinderkulturwochen 2010 führte das Burgfräulein, alias Melli Walsberger, am Sonntagnachmittag die Besucher in den Schlosskeller, das Rondellzimmer, die Schlosskirche, in den Hungerturm sowie in den alten Burghof. Begleitet wurde die Gruppe von Trommler Sebastian Sagmeister und Trompeter Stefan Rösch. Finanziell unterstützt wurde diese Aktion von der Druckerei Schramm.

Nach der Begrüßung [...] übernahm das Burgfräulein das Zepter. Um Zugang zur ersten Station, dem Rondellzimmer, zu bekommen, musste die dominant auftretende Musiklehrerin, Veronika Waas, erst überredet werden. „Dies ist der schönste Raum der Gegend. Jahrelang wurde daran gearbeitet, bis er fertig war. Also nichts anfassen oder beschmutzen.“, mahnte die Lehrmeisterin. Einen Aufsehen erregenden Auftritt zeigte der Gesandte, Florian Stadler, als er höchst aufgebracht über die vielen Leute im Raum seiner Wut Luft machte. [...].

Bei der Schlosskirche Sankt Wolfgang empfing ein Abt, Georg Walsberger, die Einheit, der mit dem Maler, der Oma und Annerl die bekannte Sage um das Kreuzigungsbild nachstellte. Auf die Frage des Burgfräuleins, was auf dem Bild fehle, kamen aus mehreren Kindermündern unmittelbar: „natürlich das INRI“.

An der dritten Station, dem Kerker, konnte das Verbrennen einer Hexe gerade noch verhindert werden. Sie verstand sich darauf einen Kräutertee zu brauen, der die durch ein Fliegenpilzgericht vergiftete höhere Gesellschaft in kurzer Zeit wieder gesunden ließ.

Im Alten Burghof schrien die Kinder so laut, dass das Schlossgespenst, Julia Rösch, aus dem Schlaf gerissen wurde. Dieses klagte, dass Gespenster zur heutigen Zeit öfter selbst erschrocken werden. „Erst vor kurzem war im Schlosskeller ein Rockkonzert. Grüne Haare hatten die und schwarze lange Mäntel, ich wäre fast ihn Ohnmacht gefallen“, stöhnte der Geist.

Am Ende begrüßte Zirkusdirektor, Robin Griesbeck, die Zuschauer beim Zirkus „Lustikus“. Herkules, der stärkste Mann der Welt, stellte seine Kraft zur Schau. Zwei tollkühne Seiltänzerinnen schwebten graziös in rosa Rüschenkleid und passendem Schirmchen über ein drei Zentimeter hohes Seil. Orientalischer Schlangentanz und Schlangenbeschwörung verängstigten die Kinder nicht, sondern ließen sie mit beöffneten Mündern staunen, wie das so funktionieren könne. Wahrsagerin „Nix Gwiss“ überzeugte mit ihren vorausblickenden Fähigkeiten. Bei Hans Eigenstetter orakelte sie eine hübsche elfenhafte Gestalt mit langen blonden Haaren an seiner Seite. Nach dem Räuspern aus dem Publikum und der Feststellung, dass dies doch seine Frau sei, meinte die Hellseherin, das sei wohl die falsche Hand gewesen. In der anderen sah sie nach langem Zögern, einen „Drachen“! Lautstark mit unverkennbarer Stimmgewalt, drohte Traudl ihrem Hans mit „do kummst sofort her!“ Zauberer „Meng da da scho“ sowie der Flohzirkus mit „Wamberl“ und „Zamperl“ rundeten die Vorstellung ab.

[Text: Beate Geier, Donau-Post; Fotos: Johann Festner]

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