Kinderkulturwochen - Wasserwanderung

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Kein Tropfen ist dem Wasserhahn mehr zu entlocken! Zähne putzen, Kaffee kochen, Wäsche waschen, unmöglich! Seit wie langer Zeit kommt unser Wasser aus der Leitung? Wie kommt es in die Leitung? All dies konnten die 24 Kinder und Erwachsenen in Zinzendorf erfahren.

„Wir dürfen heute Bulldog fahren!“, war aus zahlreichen begeisterten Kindermündern zu hören. Etwas skeptisch waren die Blicke der Erwachsenen, wie sie wohl auf den Anhänger kommen sollten. Heinrich Hahn schaukelte sein Fahrzeug gekonnt über die engen holprigen Waldwege und der Fahrtwind sorgte für Erfrischung.

Bei der ersten Quelle angekommen, ging es zu Fuß mitten durch den Wald weiter. „Dies ist die eine von sieben Quellen, die sich in dieser Region befinden. Genau unter diesem Stein verläuft eine Quelle. Ihre Talmauer ist zirka 50 cm hoch und zirka acht Meter lang und liegt zirka zwei Meter fünfzig unter der Erde. Wie aus einer Gieskanne läuft 0,01 Liter Wasser pro Sekunde aus dem Rohr“, führte Schwesinger aus. [...]. „Der Zulauf schwankt um bis zu 50 Prozent. Unser momentaner Stand ist aufgrund der Hitze enorm niedrig“, fügt der Wasserexperte hinzu. [...].

Über sumpfiges Gelände, durch Dornengestrüpp, das Schwesinger in Vorarbeit bereits kräftig ausgeschnitten hatte, kämpfte sich die [...] Gruppe weiter zu einem größeren Sammelschacht, bei dem sechs der sieben Quellen zusammenlaufen. Kinder und Erwachsene stiegen den Schacht hinab und lauschten den Ausführungen Schwesingers: „Von hier bis zum Hochbehälter wird keine Pumpe mehr eingesetzt. Der Höhenunterschied beträgt einen dreiviertel Meter, so läuft das Wasser abwärts. Regelmäßig müssen Proben genommen werden und zur Untersuchung an ein Labor geschickt werden, um die Wasserqualität zu sichern.“ Weiter besichtigte die Gruppe einen Brunnen, der in nächster Zeit wieder aktiviert werden soll. „Dieser könnte das ganze Dorf versorgen“, teilte Schwesinger mit.

Am Hochbehälter zeigte er die Entwicklung der Wasserleitungen auf. Von 1880 bis 1909, in dieser Zeit wurden ausschließlich Holzrohre verwendet, versorgten zwei Brunnen, die sich in der Nähe der Kirche und im ehemaligen Anwesen von Ferdinand Lutz befanden, die Gemeinde. Der Entschluss zum Bau neuen Wasserversorgung im Dorf wurde im Jahre 1904 nach dem Großbrand gefasst, bei dem die Hälfte des Ortes zerstört wurde, da kein Löschwasser vorhanden war und mit Jauche gelöscht werden musste. Bereits ab dem Jahre 1909 wurden die Quellen gesammelt und ins Dorf geleitet. Von 1909 bis 1960 wurden Eisenleitungen verwendet. Von 1960 bis 1998 wurde das Wasser durch Asbestrohre geleitet. Aufgrund der drohenden Gesundheitsgefährdung durch Asbest und Aufkommen neuer Vorschriften wurden Kunststoffrohre eingesetzt. Ab 2007 waren die gesamten Leitungen im Gemeindebereich erneuert. [...].

Im Hochbehälter wird das Wasser durch einen drei Meter tiefen Jura-Kiesfilter gereinigt[...] geleitet. Eine UV-Bestrahlung tötet Keime ab. Erst jetzt fließt es in das Sammelbecken mit reinem Trinkwasser, das 100 Kubikmeter, heißt 100 000 Liter Wasser, fassen kann.

Nach der lehrreichen Wasserwanderung brachte der Bulldog alle zurück zum Feuerwehrhaus. Hier wurden sie freudestrahlend in Empfang genommen und vorzüglich bewirtet.

Die Hauptorganisation lag bei Richard Schwesinger[...]. Unterstützt wurde er von der Freiwilligen Feuerwehr sowie von zahlreichen Frauen, von denen die Teilnehmer anschließend mit leckeren Kuchen, Kaffee und Getränke versorgt wurden. K.i.W.-Organisator Johann Festner bezeichnete die Veranstaltung als sehr lehrreich und dankte allen für die rührende Organisation.

[Text und Bilder: Donau-Post, Beate Geier]

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