Kinderkulturwochen - Zinzendorf

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Märchenhafte Wald(ver)führung mit geheimnisvoller Rast.

osef Schütz führte am Sonntagnachmittag 25 Teilnehmer bei der Veranstaltung „Märchenhafte Wald(ver)führung mit geheimnisvoller Rast“ im Rahmen der Kinder-Kulturwochen 2010 durch den Zinzendorfer Märchenwald. Bei einer kleinen Lichtung wurde die Gruppe von der über die Grenzen von Wörth hinaus bekannten Märchenerzählerin Edeltraud Forster empfangen, die mit dem Märchen „Das Waldhaus“ der Gebrüder Grimm die Kinder und Erwachsenen in eine Phantasiewelt entführte. Für Speisen und Getränke sorgte Hildegard Schindler, die Verantwortliche vor Ort.

Josef Schütz verwies auf eine größere Anhäufung von Ästen, Zweigen, Wurzelstöcken und Reisig und fragte die Kinder, wer sich hier verstecken könnte. „Wichteln, Zwerge“, kam es spontan aus den Kindermündern, änderten diese dann ihre Meinung und zählten Spinnen, Füchse, Vögel, Igel, Schlangen und Ameisen auf. „Genau, dies sind wichtige Nistplätze sowie Unterschlüpfe für die Tiere“, ergänzte Schütz. Nach ein paar Schritten wunderten sich die Teilnehmer, wer denn Mitten am Sonntag im Wald Holz machen würde, als mit lautem Gepolter ein Holzfäller aus früheren Tagen den Abhang herunterfegte. „Habt ihr meine Tochter gesehen? Sie wollte mir mein Mittagessen bringen. Habe ich doch Hirse ausgestreut, damit sie den Weg findet!“. Die kleinen Spurenleser fanden den Hirseweg, als schon ein Mädchen mit einem Korb voll Essen heraneilte und nach ihrem Vater fragte. Die Kleinen wiesen ihr sofort und hilfsbereit den Weg. An bemoosten Ästen vorbei erreichte die homogene Gruppe eine Futterstelle für Wildschweine und Rehe. „Mais ist das Lieblingsfutter der Wildschweine. Seht ihr, in diesem Mais-Behälter ist eine Uhr versteckt, die jedes Mal wenn ein Tier im Trog wühlt, beim Herabfallen aufschlägt und stehen bleibt. So kann der Jäger sehen, zu welcher Zeit das Schwein gefressen hat“, führte der Wanderführer aus. Aus dem Wald wird nur so viel Wild geschossen, wie neu geboren wird. So bleibt ein gesundes Verhältnis bestehen, führt er weiter fort. Kurz darauf erschien ein zweites Mädchen und fragte nach seinem Vater. Dieser habe Linsen ausgestreut, damit sie den Weg finde. Spontan wurde auch ihr der Weg gewiesen. [...]

An der Lichtung angekommen wurde die Gruppe von der Märchenerzählerin Edeltraud Forster empfangen, die über die seltsamen Gestalten auf dem Weg aufklärte, indem sie gekonnt das Märchen „Das Waldhaus“ der Gebrüder Grimm frei erzählte, Kinderaugen und –münder immer größer werden ließ und bei den Erwachsenen Erinnerungen an die eigene Kinderzeit weckte. Auf dem Rückweg, der schleichend und flüsternd zurückgelegt wurde, um Zwerge und Wichtel zu sehen, hatte doch die Märchenfee gesagt, man sehe diese nur bei absoluter Stille. So guckte schon mal ein rotes Mützchen hinter einem Baum hervor, oder eher doch nicht. Bei einer weiteren Rast besannen sich die Teilnehmer auf ihre Sinne, schlossen auf Anweisung die Augen, rochen, hörten, hörten dreimal ein seltsames Gekicher. Da lief der kleine Felix sofort zu Schütz, um zu berichten „Ich habe einen Zwerg gehört“. „Was hat der denn gemacht?“, fragte er. „Der hat uns ausgelacht, weil wir die Augen zugemacht haben“, war Felix überzeugt.

[Text und Bilder: Beate Geier, Donau-Post]

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