Oskar Stock und die Wörther Stubenmusi

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Vor der traumhaften Kulisse des Rondellzimmers hielt der Buchautor Oskar Stock aus Landshut, der weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt ist, am Sonntagabend eine eindrucksvolle Lesung. Die Zuhörer erlebten vorweihnachtlich besinnliche Stunden, denen es auch an Heiterkeit nicht fehlte. Perfekt ergänzt wurden die vorgetragenen Gedichte und Geschichten durch die harmonische, ruhige Musik der Gruppe „Wörther Stub´nmusi“.

[...] trug der Literat einige bayerische Gedichte vor, in denen es um Weihnachtsvorfreude, Weihnachtsmärkte und den unbeschreiblichen Zauber des Advents ging. Ein Gedicht kritisierte aber auch den übermäßigen Weihnachtsschmuck, der die Nacht „taghell erleuchtet“. Natürlich durften der Nikolaus und Knecht Rupprecht nicht fehlen. Oskar Stock erzählte die Geschichte der kleinen Anna, die mit ihren Wunschzetteln an den Nikolaus auf dem Postamt für großes Durcheinander sorgt. Nachdenklich stimmten einige Gedichte, die zum Frieden und zur Überwindung von Hektik und Hetzerei auffordern.

Nach einer kurzen Pause [...] gab der Poet im zweiten Teil seiner Lesung einige amüsante Geschichten zum Besten. So berichtete er beispielsweise von der „Sammelleidenschaft“ seiner Frau im Hinblick auf Weihnachtsplätzchenrezepte, die dazu führt, dass es unzählige verschiedene Plätzchen in allen mögliche Farben gibt, die letztlich nicht gegessen werden.

Sehr unterhaltsam war die Geschichte vom Christbaumkauf, in der die Probleme mit schiefen oder zu großen Christbäumen thematisiert werden. Auch die Suche nach dem richtigen Weihnachtsgeschenk wurde humorvoll aufgegriffen. Oskar Stock erzählte von seiner Mutter, die zu Weihnachten vier Wärmflaschen geschenkt bekam oder vom „Vergessenen Schal“, der so gut versteckt ist, dass das Geschenk erst am nächsten Osterfest wieder zum Vorschein kommt.

Einige Erzählungen und Gedichte stellten auch die mannigfaltigen Weihnachtsbräuche in den Mittelpunkt So wurde von der Lichtheiligen „Luzia“ erzählt und vom grausamen Tod der heiligen Barbara, auf die das Sammeln von Barbara-Zweigen am 4. Dezember zurückgeht.

Von der Christmette am Heiligen Abend und dem früher üblichen Verzehr der frisch geschlachteten „Mettensau“ wusste der Autor ebenfalls Einiges zu berichten. Seine persönliche Interpretation der Weihnachtsgeschichte in Form von zwei Gedichten rundete die Vielzahl an Gebotenem ab. [...]

Text und Bilder: Simon Stadler, Donau-Post

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