Sym­pho­ni­sches Blas­mu­sik­kon­zert im Schloss­hof mit fa­cet­ten­rei­chen Stü­cken

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Wörth sei eine europäische Stadt an einem europäischen Fluss – der Donau. „Und die Donau verbindet ganz Europa“, sagte zweiter Bürgermeister Josef Schütz in seinen Grußworten. Diese galten unter anderem hochkarätigen Musikern, einem Vertreter des Nordbayerischen Musikbundes und Landrätin Tanja Schweiger. „Ich finde es wunderbar, dass wir uns im Europäischen Kulturerbejahr und heute Abend die Vielfalt Europas bewusst machen und unsere Gemeinsamkeiten betonen“, sagte sie.

Georg Kulzer dirigierte in Vertretung für Markus Weigert die Youngsters, das Ensemble der Musikschule Wörth. Für sie und K.i.W. [...] sei dieses Konzert ein absolutes Jahreshighlight, freute sich der Musiklehrer. Wochenlang sei dafür geprobt worden. „Normalerweise spielen wir ja überwiegend böhmisch-bayerische Blasmusik und Kirchenmusik. Etwas ganz anderes ist konzertante, symphonische Blasmusik, zu der jemand ein Bild oder eine Landschaft im Kopf hatte.“

Zu Beginn spielten die Youngsters drei Stücke, unter anderem die „Young Fanfare“. Es folgte ein Quintett mit der Eurovisionshymne, bekannt aus den Eurovisionssendungen des deutschen Fernsehens.„Wir präsentierten heute Abend geografische, kulturelle und musikalische Besonderheiten Europas“, leiteten die beiden Moderatoren Lea Ebner und Simon Müller, beide an der Klarinette, den Abend ein. Dem ungarischen Stück wohnte eine beeindruckende Dynamik inne; vor seinem inneren Auge konnte man die wilden Pferde durch die Puszta preschen sehen. Für die Schweiz wurden drei Stücke des Komponisten Markus Götz (nicht zu verwechseln mit dem Wörther Geschäftsstellenleiter) zu einem Mosaik zusammengefasst. Darin waren die faszinierende Bergwelt und die Kuhglocken zu hören.Für Spanien sprang ein bekanntes Stück aus der Oper „Carmen“ von Georges Bizet in die Bresche. Es folgten ein tschechischer Marsch, eine böhmische Polka und ein österreichischer Walzer von Johann Strauss. Das Stück „Skandinavia“ aus Lappland repräsentierte die wilde Landschaft Norwegens und die Lebensfreude der Dänen. Für Schweden hatte die Kapelle ein Medley aus den Liedern von ABBA zusammengestellt, darunter „Mamma Mia“, „SOS“ und „Dancing Queen“. Bei England denke man sofort an Agent 007, sagten die Moderatoren und es folgte die Titelmelodie des Films „Skyfall“ von 2012. Genau 100 Jahre zuvor war der Marsch „Mein Regiment“ komponiert worden, der die Zuhörer nach Deutschland zurückführte. Als Zugabe folgte eine Liebeserklärung an die Blasmusik: „Böhmische Liebe“. Den Abschluss bildete, gemeinsam mit den Youngsters, die Europahymne „Ode an die Freude“.

„Perfekt !“, lobte Dirigent Kulzer seine Musiker hinter der Bühne. Manche freuten sich darüber, andere gestanden kleine Fehler bei diesem oder jenem Stück ein. Er selbst sei nun ziemlich erschöpft, sagte Kulzer. Ein Orchester zu dirigieren sei Höchstleistungssport mit dieser Konzentration und Anspannung. „Es waren schwere Stücke dabei und wir hatten in den letzten Wochen sehr intensive, stundenlange Proben. Wir sind es gar nicht gewohnt, dass die Leute nur dasitzen und uns gebannt zuhören. Normalerweise spielen wir ja zur Unterhaltung. Das war heute eine ganz andere Nervosität und Konzentration als sonst. Auch Fehler hat man besser wahrgenommen. Jetzt schnaufen wir erstmal durch, bevor wir nächste Woche in Neutraubling beim ‚Heimatblosn‘ auftreten.“[...]

Wenn die Musiker mitmachen, wiederholen wir den Abend gerne“, verkündete K.i.W.-Leiter Johann Festner. „Es lief wunderbar“, fand auch Tubaspieler Max Blechschmidt. „Diese Musik ist mal was anderes und das macht uns großen Spaß. Und natürlich ist die Kulisse im Schlosshof großartig !“ [...]

[Text und Bild: Veronika Werdin, Donau-Post]

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