Zwei Künstler, drei Komponisten
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Die beiden Musiker kennen sich seit 2016, auch von ihrem Studium an der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik in Regensburg. Doch ihre Wege verliefen sich. Brem (30) studierte Musik auf Gymnasiallehramt, besuchte Meisterkurse und sicherte sich mit ihrem musikalischen Talent mehrere Stipendien. Ähnlich war es bei Huber (28), der sein Studium mit Auszeichnung abschloss. Die Kammermusik brachte sie nun für gemeinsame Auftritte zusammen.
Bei ihrem knapp 90-minütigen Auftritt im Bürgersaal zeigten sie die Entwicklung der Sonate für Violine und Klavier – und begeisterten die rund 50 Zuhörer bereits nach dem ersten Satz. In Brahms zweiter Violinsonate bewiesen die Musiker, dass sie Instrument und Zusammenspiel beherrschen. Passend zu den tänzerischen Elementen in dem Stück spielte Huber die Töne so sanft, als perlten sie wie Wassertropfen vom Flügel. Brem zupfte, hämmerte, streichelte mit ihren Fingern über die Saiten, doch die Melodie und Stimmung des Stücks spiegelte sich auch in ihrem Gesicht: Mal blickte sie nachdenklich, mal erleichtert und lächelnd ins Publikum. Blickkontakt zwischen den Musikern gab es kaum. Ihre Einsätze stimmten – teilweise so perfekt, dass beim blinden Zuhören fast unklar war, wer gerade spielt.
Daneben stellten die beiden ihr Fachwissen unter Beweis. Jede der vier Sonaten von Brahms, Mozart und Beethoven moderierten sie mit Informationen zur Entstehungsgeschichte an – und erklärten, warum diese Sonaten besser zu einem Neujahrskonzert passen, als sie vielleicht scheinen. Bei Beethoven beispielsweise gebe es „kleine Abschnitte“, die sich regelmäßig in seiner Sonate finden – mal wiederholt, mal abgewandelt. Wie das Jahr, das sich Tag für Tag weiterentwickelt.
[Text Simon Rothfischer, Donau-Post]